Inklusive Angebote: Von Menschen mit Lernschwierigkeiten für Menschen mit und ohne Lernschwierigkeiten

Inklusive Angebote: Von Menschen mit Lernschwierigkeiten für Menschen mit und ohne Lernschwierigkeiten

Die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde in Brandenburg an der Havel erinnert an die Ermordung von über 9.000 Menschen mit Behinderungen, psychischen Erkrankungen und sozialen Stigmatisierungen im Jahr 1940 in der Tötungsanstalt Brandenburg durch die Nationalsozialisten.

Seit 2017 führen Gedenkstätten-Guides mit Lernschwierigkeiten gemeinsam mit Gedenkstätten-Pädagog*innen junge Besuchende durch den historischen Ort. Sie machen die Besuchenden mit allen Aspekten der Euthanasie-Verbrechen bekannt. Auf diese Weise werden Menschen mit Lernschwierigkeiten zu Vermittelnden von historischer Bildung. Das Angebot ist bundesweit bisher einzigartig.

Mit Blick auf die NS-Euthanasie sollen individuelle und politische Folgen von gesellschaftlicher Stigmatisierung und Marginalisierung mit Hilfe von historischen Quellen analysiert und hinterfragt werden. Die Analyse von Ausgrenzungsmechanismen sensibilisiert die jungen Teilnehmenden, Brüche und Kontinuitäten dieser Mechanismen in historischer Dimension zu erkennen und vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen, nicht zuletzt in der Zusammenarbeit mit den Guides mit Lernschwierigkeiten, an diesem historischen Ort zu überprüfen.

Ein Einführungs-Workshop, eine Führung durch Ausstellung und Gelände sowie eine Abschluss-Runde werden durch Guides mit Lernschwierigkeiten angeleitet. Die insgesamt dreistündigen Formate bieten Raum für Fragen und weiterführende Diskussionen. Besuchende lernen zentrale Aspekte nationalsozialistischer Ausgrenzungs- und Vernichtungspolitik kennen und machen zugleich im Vermittlungsprozess die Erfahrung, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten neben Einschränkungen ebenso umfangreiche Ressourcen besitzen.

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